«Das Personal leistet unter schwierigen Bedingungen sehr gute Arbeit», sagt SEV-Vizepräsident Manuel Avallone. «Die SBB hat grösstes Interesse daran, dass dies so bleibt. Die Effizienzsteigerung darf nicht auf Kosten der Arbeitsbedingungen und der Sicherheit gehen, zum Beispiel in den Stellwerken. Und auch nicht auf Kosten der Gesundheit der Mitarbeitenden: Wir hören immer mehr nicht nur von Dienstälteren, sondern auch von Jüngeren, dass der Druck zu Burnouts und psychischen Problemen führt. Eine weitere Enthumanisierung der Bahnhöfe und Züge beschert der Kundschaft Serviceabbau und Unsicherheit, die sie letztlich vom Zugfahren abschreckt.»
Der für Cargo zuständige SEVGewerkschaftssekretär und Nationalrat Philipp Hadorn ergänzt: «Bei SBB Cargo sind Personal und Rollmaterial bereits jetzt knapp, was beim neuen Wagenladungsverkehr dazu führte, dass bei Problemen Reserven und Flexibilität fehlten. Wenn das Sparen zu so viel Leistungsabbau führt, dass die Kunden abspringen, droht eine Abwärtsspirale, die dem öffentlichen Interesse an möglichst viel Gütertransport auf der Schiene zuwiderläuft. Die Politik muss einsehen, dass SBB Cargo keine schwarze Null erzielen kann, schon gar nicht, wenn zur Dumpingkonkurrenz der Strasse weitere negative Einflüsse wie die Streckensperre bei Rastatt hinzukommen.»
Markus Fischer