In den nächsten Monaten würden schweizweit 140 Bedienpunkte überprüft, teilte SBB Cargo dem Personal am 19. Februar per «Cargoflash» mit. Mit den Kunden würden die Veränderungen per Fahrplanwechsel 2019/2020 umgesetzt.
Arrogantes, unnötiges Powerplay
«Wenn bis 2023 geplante Überprüfungstranchen nun bereits 2019 stattfinden, widerspricht dies den Informationen und Zusicherungen, die uns SBB Cargo im März 2018 gegeben hat», ärgert sich Gewerkschaftssekretär Hadorn. «Offensichtlich will der jetzige Cargo-Verwaltungsrat noch vor der Erarbeitung einer neuen Strategie kaum widerrufbare Fakten schaffen. Dies trotz der aktuellen Vakanz bei der Cargo-Produktionsleitung, ohne Berücksichtigung des Knowhows aufzunehmender Minderheitsaktionäre und noch vor der Neubesetzung des Verwaltungsratspräsidiums.»
Für den SEV ist klar, dass Haurückübungen die Sicherheit und Stabilität für die Kundschaft und das Personal nicht fördern – im Gegenteil. «Dank der Entspannung der wirtschaftlichen Situation von SBB Cargo im 2018 besteht auch gar kein Bedarf mehr nach solchem Powerplay», hält Philipp Hadorn fest.
Kurzsichtige Schrumpfung
«Nötig ist vielmehr eine strategische und politische Diskussion über die plumpe Fortsetzung der Schrumpfstrategie, die in den letzten Jahren nie zum Erfolg geführt hat, sondern zu einer Abwärtsspirale», betont Hadorn, der auch Mitglied der Verkehrskommission des Nationalrates ist. «Kapazitätsabbau ist auch falsch, weil für den Güterverkehr in der Schweiz bis 2040 ein Wachstum von 45% prognostiziert wird. Zudem werden die Mittel der Digitalisierung den Einzel-WLV wieder konkurrenzfähiger machen.» Der Einzel-WLV ist in der Praxis auch nicht so klar vom «System-WLV» zu unterscheiden, wie dies SBB Cargo vorgibt – zumal die kleineren Bedienpunkte in der Summe zur Auslastung des Gesamtsystems WLV beitragen.
Für weitere Auskünfte:
Philipp Hadorn, Gewerkschaftssekretär SEV und Nationalrat, 079 600 96 70