Die Probleme mit Sopre sind eine Geschichte ohne Ende: Schon seit mehr als sechs Jahren arbeitet die SBB mit der Herstellerfirma daran. Dennoch war im Juni 2016 die Einführung des Systems bei der Einsatzplanung des Zugpersonals mit grossen Schwierigkeiten verbunden, die bis heute nicht vollständig behoben sind. Trotzdem wurde Sopre im November beim Lokpersonal eingeführt im Wissen, dass dort die Rahmenbedingungen noch komplexer sind. Prompt trieben in der Folge die ungenügende Performance (lange Wartezeiten) und schlechte Qualität der Daten die Disponenten und das Lokpersonal psychisch und physisch an ihre Grenzen. «Auf dem Spiel steht die Fahrplanstabilität und die Gesundheit des Personals», warnt SEV-Gewerkschaftssekretär Jürg Hurni.
Neue Probleme
«Im Zusammenhang mit Sopre bestehen neue Probleme mit der App des Lokführer Electronic Assistant (LEA), sodass alle Toureninfos mühsam in verschiedenen Programmen und auf Webseiten zusammengesucht werden müssen», ergänzt Hans-Rudolf Schürch, Zentralpräsident des SEV-Unterverbands des Lokomotivpersonals (LPV).
«Zudem ist Sopre nicht in der Lage, die gearbeiteten Diensttouren, die gesetzlichen Bestimmungen zur Arbeitszeit und die Bestimmungen des jetzigen Gesamtarbeitsvertrags (GAV) korrekt abzubilden», erklärt Jürg Hurni weiter. «Da wir in den kommenden Monaten den GAV neu verhandeln, ist somit zu befürchten, dass das Chaos perfekt wird, wenn in ein schon jetzt nicht funktionierendes System noch neue Bestimmungen eingefügt werden müssen. Deshalb muss die SBB nun rasch die Konsequenzen aus den ungelösten Problemen mit Sopre ziehen. Wenn man in eine Sackgasse fährt, muss man die Vernunft und den Mut haben, zu stoppen und umzukehren, bevor man am Ende der Strasse in die Mauer kracht!»
Für weitere Auskünfte:
- Jürg Hurni, Gewerkschaftssekretär SEV, 079 479 16 57
- Hans-Rudolf Schürch, Zentralpräsident des SEV-Unterverbands des Lokomotivpersonals (LPV), 079 419 99 14