Die neue Kooperation lässt befürchten, dass das Schweizer Fernbusnetz weiter ausgebaut wird. Doch bei diesem handelt es sich um eine inakzeptable Konkurrenz zur Bahn – obwohl der Bund Milliarden in die Bahn investiert.
«Gewinnmaximierung ist Teil des Geschäftsmodells von Flixbus. Wie sich die tiefen Preise finanzieren lassen, zeigen die Arbeitsbedingungen und Löhne der Chauffeur, die alle bei Subunternehmen angestellt sind. In Deutschland verdient ein Chauffeur gerade einmal 1900 Euro pro Monat, in Frankreich sind es 1500 Euro. Eurobus und Flixbus werden die Schweizerischen Standards respektieren müssen. Die Frage ist, ob diese Unternehmungen bereit sind, einen Gesamtarbeitsvertrag zu verhandeln und sich an die branchenüblichen Bedingungen zu halten», sagt Giorgio Tuti, Präsident SEV.
Der Eintritt von Flixbus, einem multinationalen Konzern aus Deutschland, in den Schweizer Markt kommt nicht überraschend. Er ist der Beweis dafür, dass die Fernbusunternehmen die Bahn konkurrenzieren wollen. «Und trotz Milliardeninvestitionen in die Bahn empfängt der Bund die Fernbusse mit offenen Armen, obwohl dies der eigentlichen Transportpolitik, die auf einer starken Eisenbahn basiert, grundsätzlich widerspricht. Während der Markteintritt von Domo Swiss als Nischenprodukt abgetan wurde, das die Bahn mit 800 Passagieren pro Tag nicht wesentlich konkurrenziert, zeigt die Kooperation zwischen Eurobus und Flixbus nun unmissverständlich, dass der Ausbau des inländischen Fernbusnetzes das übergreifende Ziel ist», so Giorgio Tuti weiter.
Auf politischer Ebene hofft der SEV, dass der Nationalrat dem Ständerat folgt, der die Bedingungen für die Konzessionsvergabe an Fernbusunternehmen kürzlich verschärft hat: So dürfen diese die staatlich subventionierten, konzessionierten Unternehmen nicht wesentlich konkurrenzieren.
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Giorgio Tuti, Präsident SEV, 079 221 45 64