«Das wüste Gezerre um die Fernverkehrskonzessionen, dem die Bahnkunden in den letzten Monaten zusehen mussten, ist das Resultat der Ausschreibung der Konzessionen. Bis jetzt hat sie der Schweizer Bahnwelt keinen Nutzen gebracht», kommentiert Giorgio Tuti, Präsident der Gewerkschaft des Bahnpersonals.
Nach Auffassung des SEV rührt der enorme Erfolg des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz daher, dass die Beteiligten zusammenarbeiten, statt sich zu bekämpfen. «Unser System des öffentlichen Verkehrs hat international einen ausgezeichneten Ruf und erhält aus ganz Europa höchstes Lob», ruft Giorgio Tuti in Erinnerung. Wenn diese Zusammenarbeit zwischen SBB und BLS nun fehlt, so ruft das beim Personal beider Unternehmen ein Klima der Unsicherheit hervor.
Der SEV appelliert deshalb einmal mehr an Verkehrsministerin Doris Leuthard, alles zu tun, um eine Aufteilung der Fernverkehrskonzession zu verhindern. Dies wäre ein starkes Zeichen in der Verkehrspolitik. «Das Schweizer Bahnsystem braucht Stabilität, nicht Umwäl- zungen. Die Länder, die sich für die Konkurrenz entschieden haben, zahlen heute den Preis dafür. Das schwedische Beispiel ist in dieser Beziehung sehr aufschlussreich», hält Daniela Lehmann, verkehrspolitische Koordinatorin beim SEV, fest. «Noch reicht die Zeit, das schlimmste zu verhindern», stellt Giorgio Tuti abschliessend fest.