Während Gewerkschaften und Politik sich in der Corona-Krise dafür einsetzten, der Swiss als einziger Unternehmung mit Milliardengarantien unter die Arme zu greifen, erlaubte sich die Swiss im vergangenen Sommer eine übereilte Umstrukturierung mit einer Massenentlassung, die aktuell die Absage Dutzender Flüge zur Folge hat – wegen Personalmangel.
Umso unverständlicher ist, dass die Swiss dem gebeutelten Bodenpersonal ab 1. März 2022 einen Krisen-GAV aufdrücken will, trotz Aufschwung und in Missachtung der Vereinbarung. Dagegen bereitet SEV-GATA eine Klage vor.
«Mit dem aktuellen wirtschaftlichen Erfolg, der vorzeitigen Ablösung der Bundeshilfe (hier die Swiss-Medienmitteilung) und hervorragenden Zukunftsperspektiven wäre der Verzicht auf jegliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen jetzt zwingend», sagt Philipp Hadorn. Mit Blick auf die Bundesunterstützung fügt der Alt-Nationalrat an: «Staatshilfe auszureizen und gleichzeitig soziale Verantwortung nicht wahrzunehmen ist ein Missbrauch der Unterstützung durch die Steuerzahlenden in der Schweiz.»
Die Swiss sucht händeringend nach Personal, doch die schlechte Zufriedenheit der Mitarbeitenden verbunden mit deren erodierendem Vertrauen in das Management und der Inkraftsetzung des Krisen-GAV erschwert naheliegenderweise Rekrutierungen. «Nur ein Tatbeweis von fairem Umgang mit dem Personal kann die Situation deeskalieren», stellt Hadorn klar.
Weitere Auskünfte:
Philipp Hadorn, Gewerkschaftssekretär SEV und Präsident SEV-GATA, 079 600 96 70