Für den SEV zeigt sich dies exemplarisch am Lokführermangel. «Zwar hat die SBB endlich zugegeben, dass sie grobe Planungsfehler bei der Prognose ihres Personalbedarfs gemacht hat. Dies ist ein guter erster Schritt. Aber nun wird die schwierige Finanzlage aufgrund Corona angegangen, als ob es kein Morgen gäbe. Mitarbeitende sollen Opfer bringen. Gleichzeitig mit der Weiterentwicklung des Lohnsystems soll eine Sparübung stattfinden, das ist ein schwieriges Signal, auch wenn die beiden Themen nicht zusammenhängen», stellt Barbara Spalinger fest.
Natürlich müssen nun Massnahmen geprüft werden, aber es ist wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren: «Der Zeitpunkt erscheint uns zu früh, denn weder kennen wir die Entwicklung der Situation in die Zukunft, die unklarer ist, als auch schon, noch steht schon fest, welche Abfederungsmassnahmen die öffentliche Hand beschlossen hat. Die SBB hat in den letzten Jahren mit ihren Sparübungen die Mitarbeitenden schwer belastet und das Unternehmen an seine Grenzen gebracht. Aufgrund dieser Erfahrung sind wir bereit mitzudenken, wie intelligent gespart werden kann. Aber einen Schnellschuss zulasten des Personals wollen wir nicht.» betont Barbara Spalinger.